Meinen Kinder leiden an Reiseübelkeit. Das müssen sie von mir geerbt haben, denn ich weiss noch, wie ich als Kind immer im Auto hinten drin saß und schon bei den kleinsten Entfernungen ein flaues Gefühl im Magen hatte. War irgendwo eine Kurve, dann konnte ich sicher sein, dass es mir hundelend auf der Autofahrt sein würde. Aus meinen eigenen Erfahrungen, in Kombination mit den Erlebnissen meiner Kinder, hab ich 8 Tipps für euch aufgeschrieben, die garantiert für Besserung im Auto sorgen!

Den Kindern wird's im Auto übel...

Nun habe ich zwei eigene Kinder und es wird ihnen schon schlecht, seit sie ganz klein sind. Ich kann mich gut erinnern, dass mir Leute erzählten, dass das gar nicht sein könne, da meine Kinder noch viel zu jung sein. Das Gleichgewichtsempfinden sei im zarten Alter bis  zwei Jahren nicht ausgereift. Tja, meinen zwei Mäusen waren diese Theorien immer piep-egal. Wir haben seit jeher Drama auf der Rückbank. Ich erinnere mich mit Gruseln daran, wie das Töchterchen einmal auf der Rückfahrt aus dem Schwarzwald das ganze Auto vollgespuckt hat - ich konnte so schnell einfach nicht anhalten.

... und der Mama auch.

Bei mir ist es aber keinen Deut besser. Egal ob Auto, Bus, Flugzeug oder Schiff - mir wirds überall schlecht. Als ich schwanger war, wurde mir sogar auf dem Beifahrersitz regelmässig speiübel. Es kam dann soweit, dass ich meinen Mann überallhin chaufiert habe, weil ich nicht danebensitzen konnte. Auf Schiffen ist es sogar so schlimm, dass mir der Magen schon flattert, wenn ich nur einen Fuß an Deck setze.

Woher kommt die Reiseübelkeit?

Wenn wir im Auto sitzen oder die Welt um uns herum ins Schwanken gerät, weil wir auf einem Schiff fahren, dann kommt unser Gleichgewichtssinn im Innenohr durcheinander. Das Gehirn kann die erlebten Bewegungen nicht zu unseren Aktivitäten zuordnen - während draußen die Welt vorbeiflitzt oder Himmel schwankt, sitzen wir ja nur bewegungslos herum. Dem Gehirn ist das nicht geheuer und durch diese Einschätzung wird's uns dann schlecht. 

Dieser Artikel bei Focus.de erklärt es nochmal ganz genau.

Und was hilft am Besten?

Reiseübelkeit ist insgesamt ziemlich anstrengend und nicht schön, aber es gibt natürlich ein paar gute Tricks, mit denen ich zumindest für meine Kinder dafür sorgen kann, dass Autofahrten zu angenehmen Erlebnissen ohne allzuviel Kummer werden.

1. Nach Vorne schauen

Der beste Tipp ist  immer nach vorne aus der Windschutzscheibe raus zu schauen. Das geht am Besten, wenn die Kinder hinten in der Mitte platziert werden oder wenn der Kindersitz auf dem Beifahrersitz befestigt wird. Auf der Fahrt zu meiner Familie in den Schwarzwald, wo es wirklich sehr viele Kurven und keine Autobahn gibt, hilft diese Maßnahme am allerbesten.

2. Ablenkung

Bei langen Urlaubsfahrten bekommen meine Kinder neue Hörbücher. Das federt das erste Unwohlsein ab und hilft zumindest auf der Autobahn ziemlich gut gegen Magenflattern. Und auch gegen Langeweile auf der Rückbank.

3. Sprechspiele, Singen und Geschichten erzählen

Da es den Kindern ja doch sehr langweilig werden kann, empfiehlt es sich eine kreative Auswahl von Spielen dabei zu haben, die ohne Begleitmaterial auskommen können. "Ich sehe was, was du nicht siehst" eignet sich sehr gut, ebenso kann man Autos zählen oder Autokennzeichen raten.

4. Akupunktur Armbänder "Seabands"

 Seabands sind Armbändchen, die aussehen wie Schweißbänder und die auf einer Seite einen Plastikbobbel haben. Dieser drückt, bei richtiger Verwendung, auf einen Akupressurpunkt am inneren Handgelenk. Die Bänder gibt es für Erwachsene und Kinder zu kaufen. Der Vorteil ist, dass die Methode sicher ohne Medikamente auskommt. Der Nachteil ist, dass sie nicht bei allen Personen gleich gut gegen die Reiseübelkeit wirken.

Seaband Reiseübelkeit

(Seabands helfen super bei Übelkeit in der Schwangerschaft. Ich hatte die Dinger vier Monate am Stück am Handgelenk!)

5. Medikamente

Seit die Kinder sechs Jahre alt sind, dürfen sie Tabletten gegen Reiseübelkeit einnehmen. Man sollte meinen, dass damit alle Probleme weggeblasen sind. Aber in der praktischen Verwendung gibt es Stolperfallen.

  • Viele Kinder können im Alter von sechs Jahren noch gar keine Tabletten schlucken. Das Resultat ist dann ziemlich viel Gewürge und am Schluss spukt das Kind die Tablette wieder aus. Weiß man vor der Fahrt schon, dass es nicht klappen könnte, dann sollte man zu Saft oder einer anderen Alternative greifen
  • In der Apotheke könnt ihr euch beraten lassen, was für andere Mittelchen es sonst noch gibt.

6. Spucktüte bereit halten

Auf der Autobahn einfach so auf den Standstreifen fahren geht irgendwie nicht. Aber wer braucht schon den Stress von vollgekotzten Kindern in einem langen Stau oder am Anfang einer 12 stündigen Urlaubsfahrt? Genau - das wollen wir alle nicht.

Deshalb haben bei uns die Kinder immer einen Müllbeutel im Seitenfach der Autotür. Falls es doch mal jemandem schlecht wird, dann kann er den Beutel benutzen und wir Eltern können in angemessenem Tempo und ohne Panik auf den nächsten Rastplatz fahren.

7. Magenfreundlich essen und trinken

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es bei uns einen ziemlich strengen Essensplan. Im Prinzip ist erlaubt, was auch bei einer Magen-Darm Grippe gegessen werden könnte. Dieser Plan hat sich bei uns bewährt und ich kann dieses Vorgehen wirklich nur wärmstens empfehlen.

  • Getränke: Im Prinzip nur Wasser. Die Wahl liegt zwischem stillen und sprudeligen Wasser, wobei ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass es den Kindern besser geht, wenn sie mal ein bisschen Aufstoßen können. Deshalb würde ich das sprudelige Wasser bevorzugen.
  • Keine Milchprodukte. Ich weiss nicht so genau ob es stimmt, aber meine Kinder verzichten auf Milchprodukte aller Art, besonders auf ihr morgendliches Müsli. Das hält den Magen stabil.
  • Nahrungsmittel: Keine Süßigkeiten, nicht zuviel Fett, keine Eier und schwerverdaulichen Nahrungsmittel. Am Besten ist ein Brot, allerdings ohne Zucker (was automatisch auch Marmelade, Nutella, etc.. mit einschließt). An der Raststätte dürfen die Kinder Nudeln essen, aber nur mit Tomatensoße ohne Käse. Brezeln, Laugenstangen und sonstige trockene Brötchen gehen natürlich auch.

Du findest das zu streng? Ehrlich gesagt, finde ich mich da selbst oft ziemlich stringent. Aber da wir mit allen anderen Lebensmitteln immer wieder Probleme haben und die Kinder auch schon wissen, was ihnen blüht wenn sie das Falsche im Magen haben, sind sie inzwischen ziemlich Kooperativ.

Der Deal, der die Kinder bei Laune hält: Wenn wir angekommen sind, dürfen sie essen was sie wollen.

8. Absolute No-Gos

Und dann gibts noch die getesteten, immer zur Katastrophe führenden Dinge, die beim Autofahren wirklich gar nicht gehen:

  • Lesen, Malen, am Smartphone daddeln
  • Fernseh schauen
    • der Versuch ist grandios gescheitert, nachdem es etliche Kilometer gut ging und die Kinder ganz entzückt von dieser Form der Unterhaltung waren. Nach ca. einer halben Stunde merkten beide, dass sie JETZT SOFORT ganz DRINGEND aus dem Auto raus müssen. Da wars dann auch schon zu spät. Sie hatten beim Schauen nicht bemerkt, dass ihnen schon seit längerem schlecht war.
  • Schokolade, Kekse, süße Getränke

So geht es also uns beim Autofahren. Zum letzten Mal waren wir gerade eben in Südfrankreich und haben in der Tat 12 Stunden für die Anreise benötigt. Natürlich hab ich alle Tipps angewendet ;-).

Wie ist es bei euch? Es gibt ja Kinder, die im Auto all meine No-Gos machen können, ohne auch nur ein bisschen Reisekrank zu werden. Sind eure Kinder eher anfällig für Übelkeit oder gibt's das bei euch gar nicht?

Schreibt mir. Ich freu mich über eure Kommentare 🙂

Liebe Grüße, Carola

7 thoughts on “Meinen Kindern wirds im Auto schlecht – 8 Tipps gegen Reiseübelkeit im Auto”

  1. Hallo Carola, unsere Mausi hat/hatte das auch. Ich schreibe extra auch HATTE dazu, weil es die letzte Zeit nicht mehr war, aber ich klopfe schnell auf Holz das es nicht mehr kommt. Genau die gleichen Tipps wendeten wir auch an und es half. Dazu nahmen wir noch Globulis.
    Liebe Grüße, Nicole.

    1. Hallo Nicole,
      Schön dich hier zu lesen
      Globulis hatten wir auch schon, aber es half nicht. Vielleicht waren es die Falschen….
      Liebe Grüße
      Carola

    2. Wir hatten Cocculus. Aber es hat gar nichts gebracht. Wurde sogar von unsere KiA verordnet, die auch Homöopathin ist. Die Armbändchen helfen den Kindern viel besser.
      Liebe Grüße
      Carola

    3. Ich glaube so hießen unsere auch. Die Bänchen muss ich mal im Auge behalten. Gibt es das auch, dass sich Reiseübelkeit wieder verwächst?

    4. Ja, hab ich schon gehört. Grade heute morgen das letzte Mal. Bei mir wurde es allerdings in der Schwangerschaft nochmal doppelt so schlimm und seither ist es auch nicht mehr besser geworden.
      Ich hoffe ja, dass es die Kids nicht so sehr trifft wie mich.

    5. ich selbst habe es ja auch ein bisschen. Ich kann nicht hinten sitzen und muss gerade ausschauen, also nix mit Handy daddeln, lesen oder sonstiges.

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  • Wir sind wieder Zuhause.  Die Mietzen schleichen noch etwas argwöhnisch um und herum... Aber die Kinder freuen sich über unsere Fellnasen.
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  • Warum sie da in Imst über der Straße hängen, weiss ich nicht.  Aber jedenfalls sehen diese Regenschirme wunderschön aus. Davor waren wir in der #Rosengartenschlucht in #Imst. Toll zu wandern, wenn man keine Höhenangst hat 😊. *
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  • Dieser, etwa 3 Zentimeter große Geselle ist mir heute im Wald begegnet. Weiß jemand von euch ob es eine #Heuschrecke oder eine #Grille ist? *
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  • Die "Woodwalkers" ist mal wieder ein Zufallsfund gewesen, als wir neulich einen Regentag überbrücken und füllen mussten. Soweit ich gesehen habe, ist es eine sehr umfangreiche Serie und ich hab viel vorgelesen. Fünf Teile gibt's bisher und es würde mich freuen, wenn's so spannend bleibt. Mal sehen, wie weit wir mit den Gestaltwandlern gehen werden... *
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  • Auf unserem Hausberg gibt es kleine Haflinger-Ponys, die auf den Weiden mitten im Wanderweg grasen. Und die Tochter würde am liebsten nur die Ponys lieb haben und gar nicht weiter wandern... Aber sie sind auch wirklich herzallerliebst mit ihren langbeinigen Fohlen 🐎🐎.*
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  • Wir sind heute wieder gewandert . Ziel ist dieser Waldweiher, der hier sehr idyllisch aussieht. In Wahrheit ist das Wasser  kalt, schlammig und stinkt. Aber Floßfahren ist ganz okay... hoffentlich kommen sie zurück 😉 *
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  • [Werbung wg. Ortsnennung / unbezahlt] Heute waren wir mit lieben Freunden wandern, die zufällig in der Nähe von unserem Feriendomizil Urlaub machen. Es war total schön in Serfaus @serfausfissladis 😊 . Die Kinder sind ganz begeistert von den vielen Spielplätzen und Kinder-Abenteuerwanderungen ! Abends gab's sehr leckeres Essen 😋😋 und danach wieder zurück auf unsere Burg. Vielleicht kommen wir ein anderes mal für länger nach Serfaus. Es gibt noch viel zu sehen...*
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  • Mühsam ernährt sich .... der Heidelbeer-Liebhaber 😁 was tut man nicht alles für ein paar Beerchen...*
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