Korb mit selbstgebackenen Brötchen
Kinder & Familie,  Kinder am Herd

Selbstgemachte Sonntagsbrötchen mit Hefe, die niemals leer wird.

Die Lehrerin der Grundschule hat den Kindern eine ganze besondere Aufgabe mit fürs Homeschooling gegeben: ein Rezept für Sonntagsbrötchen, das sie mit der ganzen Familie umsetzen können. Das Thema in Mathe ist grade "Gewichte" und so passt es ganz gut, wenn die Kinder Mehl, Wasser und Salz abwiegen sollen.

Das viel größere Problem ist, dass Mehl und Hefe zu den "Hamsterprodukte" gehören. Der Einkauf der Zutaten ist zur Zeit fast so spaßig, wie Klopapier kaufen zu wollen. Und so wurde aus dem eigentlich einfachen Rezept, eine lange Geschichte.

Direkt zum Rezept!

Ganz früh aufstehen... Mehl kaufen!

Ähnlich wie beim Klopapier ist es keine gute Idee, zu ganz normalen Uhrzeiten Mehl kaufen zu wollen. Außer man möchte Spätzle machen - Spätzlemehl gibts irgendwie immer. Leider eignet es sich nur bedingt für das Backen von Brötchen, Brot oder Kuchen. Es hat eine andere Zusammensetzung als normales Weizenmehl und macht sich deshalb weniger gut in normalen Backrezepten.

Also gingen wir jetzt eben auch für das Mehl früher Einkaufen als sonst. An den Tagen, an denen Ware geliefert wird, muss man zuschlagen. Dann sind die Regale gut gefüllt. Weizenmehl zu kaufen war dann auch gar nicht so schwierig. Roggenmehl konnte ich aber leider nirgends finden und hab es dann durch Vollkornmehl ausgetauscht (letzte Packung im Regal!!!). Das hat mit dem Rezept auch sehr gut funktioniert. Ich könnte mir vorstellen, dass das Gebäck mit Roggenmehl ein bisschen fluffiger bleibt, als mit dem Vollkornmehl.

Hefe ist das neue Klopapier

Sehr viel schwieriger ist es bei uns an Hefe zu kommen. Ich glaube, ich hab schon seit mindestens drei Wochen in keinem Einkaufsladen in unserem Ort mehr Hefewürfel gesehen. Im Gegensatz zum Mehl habe ich keine Hefevorräte zuhause. Weder trocken noch würfelig.

Kleiner Tipp: Hefewürfel kann man auch einfrieren (ich werde also vorsorgen, sobald ich irgendwo auf Hefewürfel stoße).

Ähnlich rar wie Würfelhefe ist auch Trockenhefe. Es gibt Gerüchte, die besagen, dass es in den Bäckerläden vor Ort Hefe in offener Form zum Abfüllen gibt. Leider kann ich das nicht bestätigen. Wenn ich danach frage, ernte ich immer nur Kopfschütteln.

Hefe selbst machen und Hefe vermehren

Also was tun? Dem Kind war es natürlich ungeheuer wichtig, dass es seine Hausaufgaben machen kann. Und weil man ja weiss, dass sowas gerne in Tränchen endet, hab ich mich nach Alternativen umgeschaut. **

Zuerst suchte ich nach einem Rezept, bei dem man die Brötchen mit Backpulver herstellen kann. Ist dann zwar nicht das Originalrezept, aber immerhin hätten wir dann backen können. Während der Suche fand ich gleich zwei Links, der mich auf eine ganz andere Idee brachten:

Der erste Link beschäftigt sich damit, wie man Hefewasser selbst herstellt. Das werde ich demnächst mal ausprobieren, das scheint sehr gut zu funktionieren, zumindest für Brot und Brötchen.

Der zweite Link erklärt, wie man aus einem Teelöffel Trockenhefe einen nie versiegenden Vorrat an Hefe macht. Genau mein Ding! Jetzt fehlte mir also nur noch ein Teelöffel Trockenhefe.

Ein Teelöffel Hefe

Diesen Teelöffel bekam ich dann Schlußendlich aus Düsseldorf von der lieben Carola Heine von Planet Alltag. Und weil die Geschichte, wie ich von neiner Lieblings-Foodbloggerin aus Düsseldorf einen Teelöffel Hefe zugeschickt bekommen habe, eine ganz eigene Story wäre und hier noch mal direkt zwei bis drei Kapitel Text abwerfen würde, reduziere ich mal auf die Essenz: Planet Alltag ist ein veganer Foodblog, deshalb hat Carola quasi von Beruf mit Essen zu tun. Sie ist außerdem Bloggerin, Texterin und Networkering, betreibt ihr Business selbstständig und sehr erfolgreich. Darüber habe wir uns kennen gelernt. Zudem ist sie eine ungeheuerlich herzliche und hilfsbereite Person. Und wenn Freiburg nicht so weit weg von Düsseldorf wäre, dann würden wir bestimmt öfters mal Kaffee miteinander trinken. Besucht sie doch einfach mal auf ihrem Blog https://planet-alltag.de/.

In ihrem aktuellen Newsletter gehts grade um das Thema Hamstern. Sehr lesenswert. Wie eigentlich alles, was die liebe Carola auf die Beine stellt.

Aus dem Teelöffel Hefe hab ich dann nach dem Rezept von oben einen "nie endenden" Hefegrundteig gebaut. Den einen Teil hab ich für die Brötchen verwendet, der andere Teil trocknet grade im Ofen, damit ich ihn nächste Woche wieder für Dampfnudeln verwenden kann.

Und hier kommt nun das Rezept!

Rezept für Bürli Brötchen

  • 400g Weizenmehl
  • 100g Roggenmehl
  • 20g Hefe (ein halber Würfel)
  • 340ml Wasser
  • 2 TL Salz

Zubereitung am Vorabend

  • Lauwarmes Wasser abmessen und mit 20g Hefe vermischen. Unter Rühren auflösen.
  • Weizenmehl, Roggenmehl und Salz in eine Rührschüssel geben.
  • Hefewasser dazu geben und 3 Minuten mit einem Knethaken in der Maschine kneten. Alternativ mit den Händen kneten, bis eine glatte Teigkugel entsteht.
  • Teig in eine Schüssel, Frischhaltefolie drüber und eine Nacht in den Kühlschrank stellen.

Zubereitung vor dem Frühstück

  • Backofen auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen (ab diesem Arbeitsschritt, sollte ein Erwachsener den Ofen übernehmen)
  • Teig aus dem Kühlschrank nehmen, bemehlen, noch mal kurz von Hand durchkneten
  • In 12 ähnlich große Kugeln formen
  • Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen
  • Circa 20 Minuten backen lassen.
  • Ein paar Minuten auskühlen lassen und genießen :-)!

 

Ich hoffe, ihr habt Lust auf frisch gebackene Brötchen bekommen. Und ich hoffe, ihr habt geheime Hefevorräte oder wisst, wo ihr eine Notration herbekommen könnt. Sonst könnt ihr mir ja mal ein Rezept für Brötchen schicken, für die man keine Hefe braucht. Dann probieren wir das auch mal aus.

Wir hatten sehr viel Spaß und ich hab einiges gelernt. Die ganze Aktion ist sehr gut für Kinder geeignet, denn sie können fast alle Arbeitsschritte selbst erledigen. Auch kleinere Kinder können schon Teig kneten, Kugeln formen und Backpapier auslegen. Nur mit dem Ofen brauchen sie Hilfe.

Wenn ich die jetzt getrocknete Hefe das nächste Mal verwende, dann erzähle ich euch, ob das Experiment funktioniert hat oder nicht. Und hoffentlich kann man dann bald auch wieder ganz normal Hefe und Mehl einkaufen gehen.

Bis zum nächsten Mal :-)

Eure Carola

 

** Anmerkung zum guten Schluß: sehr viel einfacher wäre es mal wieder gewesen, einfach den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und meinen Freundeskreis nach Hefe zu fragen. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Hefe auch direkt aus der Nachbarschaft hätte importiert werden können.

 

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