"Es hat keinen Sinn, vorzugeben, etwas zu sein, was ich nicht bin", sage ich schließlich, "aber dass ich in meinem Leben etwas machen möchte, das mich erfüllt und glücklich macht, bedeutet nicht, dass ich eine schlechte Mutter bin. Oder sein werde. Ich glaube sogar ganz im Gegenteil, dass je zufriedener ich mit mir selbst und meinem Leben sein werde, desto ausgeglichener und besser bin ich als Mutter."

Ihr lest hier als Intro meine Lieblingsstelle aus "Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa", von Claudia Haessy. 

Ein Roman über das Leben als Schwangere und Mutter und darüber, warum Frau auch Frau bleiben sollte.

Inhalt

Claudia ist eigentlich zufrieden. Sie hat eine Karriere als Geisteswissenschaftlerin vor sich und schreibt gerade an ihrer Dissertation. Ihren Ex-Freund hat sie in die Wüste geschickt, ihre Bettlaken zerwühlt sie mit Zufallsbekanntschaften aus dem Internet. Erst als sie einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält, wird ihr klar, dass sie sich besser mit Verhütung auseinandersetzen hätte sollen. Und der Mann, den sie seit zwei Monaten kennt, ist auch nicht gerade erpicht darauf, seinen Alltag zukünftig zwischen Windeln und Fläschchen zu verbringen. Claudia bekommt das Baby trotzdem - und ist plötzlich mit einer ganz fremden Welt konfrontiert.

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Denn zwischen Schwangerschaftsvorbereitung, Stillverwirrung und familiären Vorurteilen, wird ihr klar, dass ein Baby noch eine keine aufopfernde Mutter aus ihr macht. Dazu kommt noch, dass sich Ihre Universitätskarriere nur schwer mit dem 24-Stunden Job als Mutter bewerkstelligen lässt. Mit viel Biss und Durchhaltevermögen kämpft sie trotzdem für ein bestmögliches Happy-End und hinterlässt beim Leser eine Mischung aus Lachen, Staunen und Respekt für ihre so wunderbar erzählte Geschichte.

 

Bibliografisches

Bewertung

Auch wenn "Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa" als eines von vielen "Mama-Büchern" daherkommt, so bietet es doch eine ganz besondere Geschichte. Der Schreibstil von Claudia Haessy ist etwas derbe, der Humor der Protagonist ist trocken und immer zielsicher ironisch bis sarkastisch. Das passt hervorragend zum immerwährenden Balanceakt, denn die Hauptfigur Claudia ausübt. Denn sie hat mit ihrem Kind nicht nur die üblichen Schwangerschafts-Wehwehchen und Erstlings-Mütter-Überraschungen zu überstehen, nein, sie kämpft nebenher noch um die Beziehung zu einem Mann, der gar nicht als Lebenspartner geplant war und der sich zumindest am Anfang komplett für diese Aufgabe disqualifiziert.

So schafft es Claudia Haessy ihren Figuren eine unterschwellige Komik zu verpassen und Situationen gekonnt auf die Spitze zu treiben - die Geschichte an sich bleibt jedoch realistisch und lesenwert ohne ins Lachhafte oder Lustige abzurutschen.

Ich vergebe 5 von 5 Lesekatzen und empfehle dieses Buch gerne weiter. Denn im Prinzip steckt für jede Mutter ein bisschen Wahrheit darin.

😻😻😻😻😻

Claudia Haessy hat außerdem einen sehr lesenwerten Blog, den findet ihr direkt über diesen Link. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Eure Carola

Ich hab auch noch einen weiteren, tollen Elternroman gelesen und rezensiert. "Bleib so wie du werden willst." ist der Roman von Verena Wagenpfeil. Schaut doch gleich mal rein 🙂

 

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