Hallo  liebe Leser von Frauchens Blog,

mein Name ist Leo. Ich bin der Kater. Mein voller Name ist eigentlich Leonardo, aber Frauchen fand das zu lang. Stellt euch vor, wie sie abends im Garten nach mir rufen würde: "Le-o-naaar-doooo! Die Nachbarn würden sich ja totlachen. Und die Katzenkollegen erst... nein, Leo ist schon okay so.

Ich möchte mich hier mal gerne zu Wort melden. Mein Frauchen stellt gerne ungefragt meine Fotos bei Instagram ein. Und das sieht immer so aus, als wäre ich ein total knuffiges, niedliches Kätzchen, das sich gerne fotogen vor der Kamera präsentiert. Und da wollte ich jetzt doch mal ein paar Worte dazu sagen. Das ist nämlich gar nicht wahr!

Frauchen fotografiert wahnsinnig gerne. Und zwar alles, was ihr vor die Linse kommt. Ob sie das gut kann oder nicht sei mal dahin gestellt, aber das schönste Motiv der Familie bin offenbar ich. Manchmal fotografiert Frauchen auch Kater Iksi. Der scheint aber nicht so fotogen zu sein wie ich. Frauchen sagt, es liege am schwarzen Fell von Iksi. So bleibe dann wieder nur ich für ihre Knippserei übrig. Das finde ich einerseits total schmeichelhaft. Aber andererseits geht mir das ordentlich auf die Nerven.

Ich bins - der Kater!
Du kriegst mich nicht!

Deshalb mache ich immer ein kleines lustiges Spiel daraus. Der Spielführer bin natürlich ich, denn wenn ich einfach davonlaufe, dann gibts kein gutes Foto. Und ich laufe oft davon. Fotografiert werden ist nämlich voll langweilig.

An manchen Tagen tue ich meinen Frauchen aber den Gefallen und bleibe sitzen. So wie neulich, als sie wieder diverse Dinge auf dem Boden ausgebreitet hatte, um eins von diesen bunten Kinderbüchern zu fotografieren. Nun müsst ihr wissen: alles was viereckig und annähernd die Größe von einem Sitzplatz für meine Pfoten und den Flauschpopo hat, zieht mich unwiderstehlich an. Das kann ein Karton sein, eine Decke oder eben ein Buch. Frauchen legte also alles auf den Boden und verschwand dann aus dem Wohnzimmer. Ich hab keine Ahnung was sie da immer alles treibt, es interessiert mich aber auch nicht solange, sie die Kühlschranktür nicht öffnet. So hatte ich die Gelegenheit, mich schön gemütlich auf die Dinge zu setzen, die auf dem Boden lagen. Und natürlich passte ich ganz genau auf das Buch.  Von der Krallenkante der Vorderpfoten bis zur letzten Haarspitze vom Katzenpo. Daneben lag ein Weihnachtsstern aus Papier, auf dem ich meinen wuscheligen Schwanz platzieren konnte.

Ich bins - der Kater!
Nur nicht hingucken!

Kaum saß ich drauf, kam das Frauchen wieder herein. Sie fing an zu gurren und zu lachen und zog sofort das Smartphone heraus. Nun verfolgen das Frauchen und ich zwei völlig verschiedene Ziele, wenn wir das Fotospiel spielen. Frauchen möchte ein schönes Foto haben. Ich will vor allem ein Leckerli. Nur kapiert das mein Frauchen immer nicht auf Anhieb. Und ich sag euch, wir haben dieses Spiel nun schon so oft gespielt, sie könnte das echt mal wissen!

Also mache ich, was Katzen halt so machen: ich gucke auf meine Füße oder zum Balkonfenster raus. Könnte ja auch ein Vogel draußen sein - das wäre dann noch wichtiger als das Leckerli! Dann läuft Kater Iksi vorbei, da muss ich natürlich auch hingucken, damit der ja nicht auf die Idee kommt, ebenfalls auf meinen neuen, schönen Sitzplatz zu hocken.

Ich bins - der Kater!
Woanders ist es viel interessanter!

Mein Frauchen hingegen macht allerhand komische Geräusche. Sie schnippt mit den Fingern, sie zischt, sie versucht zu fauchen und trampelt mit den Füßen auf den Boden. Sie läuft rings um mich im Kreis herum und immer wenn sie die Kamera wieder vor meinem Gesicht hat - schwups - drehe ich natürlich die Nase in die andere Richtung. So tanzt sie um mich herum und versucht mich dazu zu bringen, in die Kamera zu schauen.  Manchmal passiert es dann, dass ihr auf einmal ein Ton gelingt, der sich fast anhört wie ein Katze. Dann schnellt mein Blick zu ihr, sie drückt schnell auf die Kamera - und mit viel Pech hat sie ein gutes Foto gemacht - dann gibts keine Leckerlis für mich. Gemein!

Ich bins - der Kater!
Fast geschafft.

Meistens dauert ihr der Tanz aber irgendwann zu lange. Dafür gibt es ein ganz klares Erkennungszeichen: "Ach Leo!" seufzt sie dann laut. Dann verschwindet sie in der Küche und ich weiß, ich habe gewonnen. Das Leckerli hält sie dann ein paar Schnautzenlängen über mein Gesicht. Dann knippst sie wieder wie eine Irre los. Wenns mir zuviel wird, hebe ich meine Tatze in die Höhe und schlage ihr das Leckerli aus der Hand.

Soweit lässt sie es aber nie kommen, denn meine Krallen sind ganz schön scharf.

So kommen also die Fotos zustande, bei denen ich nett in die Kamera schaue. Ich sag euch: alles gestellt, alles getrickst. Trotzdem vielen Dank für eure Komplimente. Das finde ich natürlich sehr nett, auch wenn ich mich niemals freiwillig so flauschig süß vor die Kamera setzen würde.

Ich bins - der Kater!
Okay, da schwebt ein Leckerli über meiner Nase. Bitte lächeln!

Uh... ich hör grad, da geht ein Kühlschrank auf. Vielleicht hat Frauchen ein paar Stückchen Hähnchen für mich? Da muss ich doch gleich mal gucken gehen....

Euer Blog-Kater Leo!

 

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