Neulich kam das Töchterchen nach Hause und fragte mich, ob ich wüsste wer Nils Armstrong sei. Ich antwortete ihr, dass er wohl der erste Mensch auf dem Mond gewesen wäre. Und ich fragte sie, woher sie das wüsste und wo dieses Thema zur Sprache gekommen sei. "Na, in der Schule natürlich. Meine Klassenlehrerin hat die Mondlandung im Fernsehen gesehen."

Zuerst war ich baff erstaunt. Die Klassenlehrerin meiner Tochter hat die Mondlandung im Fernsehen gesehen?

"Als Kind, Mama. Als sie vier oder fünf Jahre alt war. Das hat sie uns heute erzählt."

Schulprojekt: Tageszeitung kennenlernen

Damit war dann erstmal gut. Ich vergaß die ganze Angelegenheit wieder. Bis die Tochter vor ein paar Tagen nach Hause kam und eine Zeitung mitbrachte. In der Schule läuft nämlich grade ein tolles Projekt. Die Kinder bekommen zwei Wochen lang jeden Tag eine Tageszeitung. Jedes Kind eine für sich alleine. Sie lernen wie man die Zeitung liest, was drin steht, welche Formate es gibt und auch wie Redakteure arbeiten. Meine Tochter macht zum Beispiel mit zwei Freundinnen zusammen ein Interview mit einer Gesangslehrerin.Und natürlich lesen sie darin auch die Nachrichten.

Beim Beobachten meines Töchterchens wie sie Kleinanzeigen schnippelt, Artikel mit dem Textmarker anstreicht und sich auf ihr Interview vorbereitet, kam ich dann ins Grübeln darüber, wie ich als Kind Nachrichten gesehen habe. Und da komme ich jetzt wieder auf die Mondlandung zurück.

Bis vor ein paar Monaten  hätten meine Kinder, selbst wenn die Menschheit grade eine ziemlich überraschende Landung auf dem Mars hinlegen würde, nicht viel davon mitbekommen. Denn meine Kinder schauen im Fernseher allerhöchstes Kindernachrichten an. Zum Beispiel Logo auf Kika. Andere Nachrichtenmedien, die von den Kindern genutzt werden könnten, haber wir nicht. Radio hören wir nicht und im Fernseher läuft meistens Program on Demand.

Früher gabs nur das, was grade im Fernseher lief.

Als ich noch Kind war, da gab es noch kein Netflix, Amazon und Maxdome. Da gab es ein Fernsehprogramm mit drei Sendern und eine Fernsehzeitschrift dazu. Die brauchte man eigentlich nicht, die kaufte aber die Oma  immer, weil noch ein nettes Kreuzworträtsel drin war. Samstag Abend konnte man dann zwischen drei oder maximal vier Sendern auswählen. Zuerst kamen die Nachrichten und danach ein Spielfilm. Wenn er nicht interessant war, dann konnte man ein Buch lesen oder ein Brettspiel machen. Oder schlafen gehen.

Natürlich schauten wir TV, egal wie langweilig die Nachrichten auch sein mochten. Die Konsequenz: Wir Kinder bekamen mit, als Tschernobyl explodierte. Und wir sahen wie die Grenzen zu den neuen Bundesländern geöffnet wurden. Wir schauten Nachrichten ohne richtig zu verstehen, was da in der Welt passierte. Und wenn dann halt eine Mondlandung gezeigt wurde, dann wussten dass auch wir  Kinder, denn es blieb gar nichts anderes übrig.

Zu viel Filter für die Kinder?

Da stellt sich mir die Frage, ob ich den Kindern einen zu starken Filtern aufzwinge. Schütze ich meine lieben Kleinen vor der bösen Welt da draußen oder erziehe ich sie zu weltfremden Menschen, die außer dem eigenen Dorf nichts kennen? Und gab es früher, als wir noch Kinder waren auch schon so viele Katastrophen im Fernseher wie jetzt?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Fakt ist aber, dass wir unsere Kinder nicht für immer vor dem richtigen Leben schützen können. Ich lerne gerade, dass meine Kinder sehr interessiert an allen Informationen sind, die sie aus der großen weiten Welt bekommen können. Dies nicht zu unterbinden, sondern in kindgerechte Häppchen aufzuteilen ist Aufgabe von uns Eltern. Ich finde es für den Moment noch reichlich schwierig, hier abzuschätzen wie groß die Häppchen sein dürfen.

Wie läuft das bei euch Zuhause? Schaut ihr mit euren Kindern Nachrichten an? Und wenn ja welche?

Viele Grüße

Eure Carola

2 thoughts on “Nachrichten in TV und Zeitung – welche Infos braucht mein Kind?”

  1. In der fünften Klasse bekam die Klasse meiner Tochter auf jeden Tag Nachrichten zu schauen und am Anfang der nächsten Schulstunde kurz darüber zu berichten. Jedes Mal war ein anderer damit dran. Zunächst gab er Ihnen die Quellen vor, später durften sie sich diese aussuchen. So wurden sie an Nachrichten heran geführt. Ich fand das eine gute Sache.

Ich freue mich über deinen Kommentar!

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