Homeschooling mit dem Laptop
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Musikunterricht gibts ab jetzt per Skype – unsere erste Woche zu Hause!

Corona ist allgegenwärtig. Seit dem 16. März sind wir im Homeoffice und Homeschooling. Wir Eltern, weil wir einen wohlmeinenden Arbeitgeber und digitale Jobs haben. Die Kinder, weil die Schulen geschloßen sind. Während in der Grundschule Wochenpläne und Arbeitsblätter für drei Wochen ausgegeben wurden, wird in der weiterführenden Schule auf digitale Unterrichtsmethoden gesetzt. Und weil natürlich nicht alles glatt läuft und keiner so richtig auf diese "Immer Zuhause sein" vorbereitet ist, hab ich angefangen mitzuschreiben, wenn schöne, kuriose oder lustige Dinge passieren.  Heute erzähle ich euch von der ersten Woche.

Bitte bleibt gesund und kommt gut durch diese Zeit!

Erster Tag im Homeofficeschooling

Der Wecker klingelt  später als sonst. Der Arbeitsweg entfällt, das Grundschulkind muss nirgendwo pünktlich ankommen. Nur das Realschulkind hat eine Verabredung mit ihrem Computer. Deshalb sitzt sie um diese frühe Uhrzeit auch schon fix fertig angezogen an ihrem Schreibtisch: Computer ist an, sie ist schon ins Online-Portal eingeloggt, die ersten Mitschüler befinden sich auch schon im Chat.

Na prima, immerhin ist die Verbindung stabil, denke ich. Das hatte ich nicht erwartet, besonders nicht am ersten Tag. Wie sich später herausstellte, lag ich mit meiner Einschätzung nicht ganz falsch. Die Server des Online-Schulangebotes ist zwar ziemlich streßressistent, aber so viele Kinder und so viele Lehrer und so viele Up- und Downloads waren im Streßtest wohl nicht geplant. Wen wunderts auch...

Nachbarschaftshilfe

Weil ich es der Nachbarin versprochen habe, gehe ich heute sehr früh einkaufen.  Die Nachbarin ist über 80 und hat kein Toilettenpapier mehr. Die meisten Menschen bei uns im Haus sind über 65 Jahre alt. Wir haben Ihnen angeboten einkaufen zu gehen oder auch andere Dinge zu erledigen, falls sie Bedarf haben. Bisher betrifft es aber nur die Klopapier-Geschichte. Nachmittags gibt es das nämlich nirgends mehr.

Auf dem Weg zum Einkaufsladen kommen mir diverse Menschen mit Küchen- und Toilettenpapier entgegen. Der Blick auf die Uhr zeigt: 08:10 Uhr. Ich hoffe, dass mir die anderen Früheinkäufer noch ein bisschen was übrig gelassen haben.

Es ist 8:15 Uhr als ich mich direkt an der Kasse vorbei zum Hygieneartikelregal schlängele. Der Laden ist schon gut besucht und die allermeisten Kunden haben ein oder zwei - ihr ahnt es schon - Toilletenpapier-Pakete im Wagen. Deshalb sind die Regale ziemlich leer, aber immerhin gibt es ein paar Packungen von der No-Name Variante. Und die sind sogar im Sonderangebot. Den Hamster hab ich zuhause gelassen und kaufe nur zwei Pakete - eins für unsere Nachbarin und eins für uns.

Einen interessanten Artikel zum Thema "Warum wir hamstern!" findet ihr übrigens hier!

Homeoffice am Küchentisch

Zuhause ist das Homeoffice schon aufgebaut. Wir sitzen zu zweit am Küchentisch, die Kinder machen ihre Aufgaben in ihren Kinderzimmern. Die habens da sowieso viel bequemer als wir und richtige Schreibtische mit passenden Schreibtischstühlen. Mein Rücken wird schon panisch, wenn ich nur daran denke, dass ich längerfristig am Küchentisch und Küchstuhl arbeiten muss, aber ändern kann ich es jetzt auch nicht. Wir arbeiten zwar öfters mal im Homeoffice, aber Platz für passende, ergonomische Möbel haben wir nicht.

Das bedeutet für mich, die ich chronische Probleme mit dem Rücken habe, dass ich jetzt nicht nur alle zwei bis drei Tage Rückensport machen werde, sondern vermutlich jeden Tag eine kleine Einheit nötig sein wird. Immerhin ist mein Sammelsurium an Online-Sportangeboten so groß, dass mir erst mal nicht langweilig werden wird.

Schöne Rückenkurse gibts zum Beispiel bei Fitnessraum.de

Ansonsten läuft Homeoffice und Homeschooling parallel sehr harmonisch. Beide Kinder arbeiten selbstständig ihre Aufgaben ab. Das größere Kind kommt sogar ein bisschen in Streß, weil die Lehrer gleichzeitig mit den Kindern vor den Rechnern sitzen und die Arbeitspakete rüberschieben. Ganz nach Stundenplan in der Schule.

Online lernen: Technik Schnick-Schnack

Die Internetverbindung ist immer noch stabil, aber das Lernsystem der Tochter wackelt. Viel zu viele Kinder versuchen in viel zu kurzer Zeit zu kommunizieren und Dateien auszutauschen. Während ich noch erkläre, wie man das PDF mit dem Mathe-Hausaufgaben erstellt, bleibt das Bild im Browser einfach stehen. Zehn Minuten später reagiert immer noch nichts; wir bekommen jetzt E-Mails von den Lehrern,  in denen sie die Arbeitsmaterialien versenden. Tja, alles nicht so einfach in dieser neuen digitalen Welt! Immerhin wissen sich die Leute zu helfen. Das finde ich eigentlich ziemlich gut. Blöd nur, dass das die meisten Eltern eben kein Homeoffice haben und gar nicht zuhause sind.

Die Kinder jedenfalls lernen fürs Leben: Wer bis gestern nur wusste, wie das Smartphone funktioniert und Tik-Tok's aufgenommen werden, der hat spätestens Ende der Woche gelernt, wie man eine E-Mail mit Anhang versendet und diesen bearbeitet. Dazu kommt, dass sie sich vermehrt auch umeinander kümmern. Meine Tochter erklärt grade einer Freundin per Chat und Whatsapp, wie sie mit den Dokumenten umgehen muss. Ein anderer Klassenkamerad erklärt derweil meiner Tochter im Chat, wie sie auf der Tastatur die Sonderzeichen findet.

Im anderen Kinderzimmer läuft zwischenzeitlich Planet Schule. Die Grundschule hat zwar sehr viel vorgearbeitet und den Kindern Arbeitspläne für drei Wochen geschrieben. Die macht das Söhnchen aber an einem halben Vormittag. Dann darf er 30 Minuten an die Switch und danach schaut er "Bildungsfernsehen". So sind die Vormittage gut gefüllt und alle einigermaßen zufrieden.

Musikunterricht gibts per Skype

Schade ist es um die Hobbies der Kinder. Aber auch hier gibts findige Ausnahmen. Der Musiklehrer hat letzte Woche schon angekündigt, dass er sich jetzt zwei Wochen in Quarantäne befindet.  Er hatte Unterricht an einer Schule, auf der es drei Zimmer weiter ein Kind gab, dass im Laufe des Tages mit Fieber abgeholt werden musste und das nun auf Covit-19 getestet wurde. Inzwischen darf man ja eh nicht mehr so viel nach draußen, es ist also inzwischen egal, ob Quarantäne oder nicht. Aber: Mitte der Woche bekamen wir einen Anruf. Er würde die Kinder gerne per Skype unterrichten. Und ob das technisch bei uns möglich wäre?

Ich freue mich darüber: erstens werde ich das Söhnchen endlich mal wieder zuhause Akkordeon spielen hören, zweitens finde ich es spannend, wie einfallsreich Menschen mit dieser Krise umgehen. Und trotz der etwas schlechten Internetverbindung klappt es dann auch richtig gut. Der Dank dafür sind strahlende Kinderaugen. Was will man mehr?

Nächste Woche wirds noch mal anders.

Die erste Woche haben wir also geschafft. Was mich jetzt schon beschäftigt ist, wie wir nächste Woche Nachmittags mit dem "drin bleiben" umgehen werden. Diese Woche war schönes Wetter, wir haben das Trampolin entrümpelt und einsatzbereit gemacht. Wir haben Federball gespielt und waren viel spazieren. Zwischendurch durften die Kinder auch ab und zu ihre Freunde noch sehen: natürlich nur zu zweit, immer draußen und mit Abstand. Ab nächster Woche wirds dann anders. Am besten mach ich wohl auch schon mal einen Beschäftigungsplan für die Nachmittage.... damit wenigstens ein bisschen Langeweile und Lagerkoller abgefedert werden.

Und eine Sache ist auch noch anders: Zum ersten Mal überhaupt hab ich drei Wochen vor Ostern schon Osterlämmchen gekauft. Besondere Zeiten erfordern wohl besondere Maßnahmen. Auch kulinarisch!!!!

 

Wie es bei anderen so läuft:

MamasKind -  Mamablog aus Berlin

 

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One Comment

  • Sarah

    Hi Carola,
    danke fürs Verlinken!
    Musikunterricht per Skype ist ja cool!
    Gerade bei Instrumenten muss ja Übung sein. Wahnsinn, dass er das macht.
    Und das Kind muss ja auch wollen. Bei uns ist die Lernzeit eher kurz, kein Vergleich zur Unterrichtszeit.
    Bleibt gesund <3
    Liebe Grüße
    Sarah

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