[Werbung / unbezahlt] Ich habs ja schon lange gewusst: unter unseren Füßen und dem Parkett gibt es eine eigene kleine Welt. Und ich weiß jetzt auch, wohin die ganzen Radiergummies, Bleistifte und andere Kleinkram verschwindet. John E. Brito liefert uns mit seinem Fantasy-Kinderbuch "Das Dorf unter dem Fußboden" endlich eine Erklärung, für all das merkwürdige Verschwinden in unserem Haushalt.

Da leben nämlich die Wan Tau, kleine Kobolde, unter den Dielenbrettern. Und alles was wir Menschen vermeintlich nicht mehr brauchen, wird von den Wan Tau zur Verschönerung ihrer Eigenheime genutzt.

Fantasy-Abenteuer für kleine Leser

"Das Dorf unter dem Fußboden" ist ein großartiges Fantasy-Abenteuer für kleine Leser. Zusätzlich zu der abenteuerlichen Geschichte enthält es eine Menge wundervoller Illustrationen. Und weil ich mich schon ein bisschen in die Zeichnungen verliebt habe, zeig ich euch im Blogbeitrag ganz viele davon ;-).

Außerdem hatte ich die Möglichkeit, dem Autor John E. Brito ein paar Fragen zu stellen. Die Buchvorstellung und das Interview lest ihr im heutigen Beitrag. Ich bin gespannt, wie es euch gefällt.

Das Dorf unter dem Fußboden

Der Held dieses Buches heißt Leto. Leto ist ein Wan Tau und wohnt unter der Küche von Familie Schmidt und ist so groß wie ein halber Bleistift. Jeden Tag sucht er nach nützlichen Dingen, die Familie Schmidt nicht mehr braucht. Die bringt er dann in sein Dorf um sie dort weiter zu verwenden. So werden alte Blumentöpfe, Bastelholz, Garn und Karton zum Bau von kleinen Häusern, Stegen und Straßen verwendet. Aber auch Gemüse- und Pflanzenreste bekommen eine zweite Chance: zum Beispiel bei Dorfkoch Gordo Vego.

Das Dorf unter dem Fußboden Katze
Das pelzige Untier gehört nicht zu den Freunden der Wan Tau.

Leto ist ein sehr fleißiger kleiner Wan Tau. Aber er hat auch eine traurige Geschichte. Seine Eltern haben vor vielen Jahren eine Expedition ins Reich der Mensch unternommen und sind nie mehr zurück gekehrt. Das macht Leto zu einem sehr seltenen Wan Tau, denn normalerweise werden die Kobold sehr alt und lassen keine Waisenkinder zurück.

Eines Tages bekommen die Wan Tau Besuch. Echsenreiter stehen vor ihrer Tür und fordern das  gelée de création. Eine Art Pflanzenwachs, mit dem die Wan Tau allerhand nützliches für ihren Alltag herstellen können.

Als die Echsenreiter bewaffnet und mit eindeutig bösen Absichten zurückkommen, gelingt es den friedfertigen Wan Tau sie dieses eine Mal abzuwehren. Doch nach diesem Kampf ist allen klar, dass sie dringend weitere Hilfe von anderen Völkern brauchen. Und so macht sich ausgerechnet Leto auf diese Hilfe zu finden.  Mit der Unterstützung von "Tanjahu Van", einem früher sehr mächtigem Krieger, macht sich Leto auf die Reise zu den Knautbolden.

Das Dorf unter dem Fußboden Sibel
Sibel ist ein Echsenwesen. Schön und schrecklich zugleich.

Auf dieser Reise erlebt Leto noch allerhand fantastisches und abenteuerliches. Aber ich darf schon mal Spoilern: zumindest für die Wan Tau geht dieses Abenteuer gut aus. Der Schluss lässt einige Fragen offen und bietet Raum für mindestens eine Fortsetzung des Buches.

Kids&Cats fragt nach...

Interview mit John E. Brito

Autor John E. Brito ist nicht nur Geschichtenschreiber sondern auch Illustrator.

Autor John E. Brito
Autor John E. Brito

Im Interview hab ich ihn gefragt, wie er auf die Idee für diese fantastische Geschichte kam und ob wir uns zukünftig auf noch mehr Bücher von ihm freuen können.

„Das Dorf unter dem Fußboden“ enthält viele Fantasy-Elemente. Was hat Dich zu diesem Buch / dieser Geschichte inspiriert?

Ich saß in einem Restaurant und wartete auf das Essen. Ich unterhielt mich gerade mit meiner Freundin, als mein Blick auf eine kleine Gruppe winziger Häuschen viel. Sie waren Teil der Deko des und aus Rundhölzern gefertigt, von denen jedes Holzstück nicht dicker war als ein Bleistift. Die Wände, Türöffnungen, Fenster, sogar die Dächer waren aus dem selben Holz geschnitzt. Die Häuschen glichen winzigen Bungalows, die über Stege mit kleinen Geländern miteinander verbunden waren. Zwischen den Häuschen wuchsen kleine Pflanzen, welche ebenfalls aus Holz geschnitzt waren.

Ich hatte wirklich Mühe, der Unterhaltung mit meiner Freundin zu folgen. Ich fragte mich ständig: Wie wäre es, wenn ich in diese kleinen Hütten hineingehen könnte? Wie würde der Raum unter diesem Dach wirken? Wie wäre der Blick aus diesem Fenster? Wie würde es sich anfühlen, über diesen Steg zu gehen und in dieses Boot neben dem Bungalow dort drüben zu steigen?

Das Dorf unter dem Fußboden
Dahin verschwinden also die Dinge, die wir jeden Tag suchen....

„Du hörst mir gar nicht zu!“ hörte ich plötzlich. „Doch, doch…,“ antwortete ich und versuchte meiner Freundin wiederzugeben, was sie mir kurz zuvor gesagt hatte. Währenddessen fiel mir auf, dass niemand diese kleinen Kunstwerke, von denen es mehrere in diesem Restaurant gab, beachtete. Und während wir uns weiter unterhielten, fragte ich mich, wie es wohl wäre, so klein zu sein, dass man in diesen Häuschen leben könnte. Was für ein Volk wäre das? Wie würden sie leben? Wie würden sie aussehen? Was würden sie essen? Was würden sie den ganzen Tag machen? Und was würde in diesem Dorf passieren?

So entstand die grobe Idee zu „Das Dorf unter dem Fußboden“.

Fährmann Hirschraupe
Die Hirschraupe wird mit Reißerbeeren bezahlt. Und bringt Leto dann zum Rand der Menschenstadt.

Du hast das Buch auch selbst illustriert. Welche kreative Arbeit ist Dir lieber: Illustration oder Schreiben?

Ich tue beides sehr gerne. Beim Schreiben eines Buches kann ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren, ohne darüber nachzudenken, wie aufwändig es werden wird, sie als Comic zu zeichnen, oder als Filmproduktion finanzieren zu müssen. Beim Schreiben kann man im besten Fall in einem einzigen Absatz so viel Gefühl und Information weitergeben, wofür man im Falle einer Illustration bis zu eine Woche Arbeit investieren müsste.

Wenn ich etwas beschreibe, einen Ort, oder eine Figur, wird sie in gewisser Weise für mich spürbar. Aber wirklich real werden Orte für mich erst während ich sie zeichne. Es ist schwierig zu beschreiben, aber zeichne ich beispielsweise eine von Ogern belagerte Siedlung, oder eine düstere Hexenjäger-Stadt, stelle ich mir vor, was ich sehen würde, wenn ich wirklich mittendrin stehen würde.

Beim Zeichnen von Figuren ist es ähnlich: Während ich den Arm eines grimmigen, von Schuppen überwucherten Echsenriesen zeichne, fühlt es sich manchmal so an, als würde mir jemand die Hand auf meinen eigenen Arm legen. Oder auf den Rücken, oder Nacken, je nachdem woran ich gerade arbeite.

Du bist Autor, Illustrator und produzierst Filme. Können wir uns auf eine animierte oder eine Zeichentrick-Version Deines Buches freuen?

Ich hoffe es sehr. Doch wenn, dann wird es noch mindestens zehn Jahre dauern.

Das Dorf unter dem Fußboden
Letos Begleitung: Tanjahu Van.

Hast Du weitere Kinderbücher in Planung?

Ich bin gerade mitten in der Arbeit an einem Abenteuer-Beschäftigungsbuch für Kinder. Es besteht aus einer Serie von Labyrinthen, von denen jedes Labyrinth seine eigene Geschichte erzählt. Diese Geschichte wird aber nicht in Worten, sondern mit Hilfe der Illustration beschrieben, da ich den Kindern nicht nur knifflige Rätsel, sondern auch ein Spielfeld für ihre eigene Fantasie geben möchte.

Außerdem bereite ich die nächste Kinderbuch-Geschichte vor, in der ein Junge gezwungen ist, in eine fantastische, aber gefährliche Welt einzutauchen. Ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich aufgeregt und wünschte, ich könnte den ganzen Tag nur noch daran arbeiten.

Welches Lieblings-Kinderbuch in der Kategorie "Fantasy" würdest Du den Kids&Cats Lesern empfehlen?

Wenn ich jemanden eine Geschichte aus dem Fantasy-Kinderbuch-Bereich empfehlen dürfte, dann ist es ohne Zweifel die „Gregor“-Reihe von Suzanne Collins. (Anmerkung: "Gregor" ist im Oetinger Verlag erschienen).

Ich entdeckte  in meiner Lieblingsbuchhandlung ein Buch, das auf dem Cover einen Jungen zeigte, der eine Taschenlampe hielt und in die Kanalisation hinabzusteigen schien. Als ich sah, dass es von Suzanne Collins war, wusste ich, dass ich es lesen musste. „Gregor und die graue Prophezeiung“ ist eine kinderfreundliche Fantasiegeschichte, die mich genug gefesselt hat, um alle fünf Bände zu lesen.J

„Mouseheart“, eine Geschichte von Lisa Fiedler, die drei Bände umfasst, hat mir auch sehr gefallen.

Vielen Dank für dieses spannende Interview!

John E. Brito könnt ihr übrigens  folgen:

Instagram: https://www.instagram.com/john_e_brito/

Buchige Fakten

Bewertung

Uns hat "Das Dorf unter dem Fußboden" sehr gefallen. Am schönsten fand ich persönlich den Knautbold-Ritter. Wer hätte gedacht, dass ein Kaninchen so mutig sein kann ;-). Aber das ist ja genau das Schöne an Kinderbüchern und Fantasy: Jeder kann zum Held werden. Auch ein kleiner Nutzenbeutler wie Leto.  Weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Webseite zum Buch.

Wir vergeben 5 von 5 Lesekatzen

😻😻😻😻😻

Wenn euch das Interview gefallen hat, dann empfehle ich euch auch das Gespräch mit Miriam Schaps. Sie hat ein Buch in Zusammenarbeit mit dem Biber&Butzemann Verlag geschrieben. Das Interview und die Buchvorstellung dazu findet ihr hier!

Bis zum nächsten Mal.

Eure Carola

Author

Write A Comment

%d Bloggern gefällt das: