Annabelle ist eine junge, feine Dame. Das größte Ziel des Mädchens sind smaragdgrüne Schlittschuhe, die sie von Ihrer Mutter zum Geburtstag geschenkt bekommen wird.  Doch dann kommt leider alles ganz anders. Annabelles Mutter schickt sie zu ihren Großtanten Miss Henrietta und Miss Estella und verschwindet spurlos. Im Zauberladen der Großtanten erfährt sie, dass ihre Mutter zaubermächtig war und dass dieses Talent auch in Annabelle schlummert. Während Annabelle sich in ihr früheres Leben zurückwünscht, versucht Miss Henrietta ihr so viel Hexenkunst beizubringen wie möglich - denn Annabelle ist dazu ausersehen, die ganze Hexen- und Zauberergemeinschaft vor Mr. Angel uns seiner bösen Hexenmaschine zu retten. Hilfe bekommt sie bei dieser Mission von Kitty - ein seltsames, wildes Mädchen, dass ein Seelenlicht beschwören kann und damit böse Mächte abwehrt.

Es gibt Bücher, die stehen im Buchladen im Regal und du MUSST sie einfach haben, weil sie so ein tolles Cover haben. Genauso ging es mir mit "Annabelle und die unglaubliche Reise nach Unter-London". Das Cover finde ich nach wie vor unglaublich schön, vielleicht, weil es so ganz anders ist, als andere Bücher die ich im Bücherregal stehen habe. Welche wunderbare Überraschung, wenn der Inhalt des Buches dann auch noch genau zum Ersteindruck des Covers passt - bei "Annabelle und die unglaubliche Reise nach Unter-London" ist dies vollends gelungen.

Annabelle und die unglaubliche Reise nach Unter-London

Thematisch passt dieses Buch zu allem was ich am liebsten lese: es geht um Hexen und um Zauberer. Die Hexen sind einigermaßen realitätsnah und etwas schrullig, dafür in Notsituationen verlässlich und gutherzig. Die Zauberer hingegen sind handzahm und unbeweglich. Sie überlegen sich neue Zaubersprüche und trinken ansonsten am liebsten Tee.  Am Anfang fühlte ich mich in dieser Aufstellung sehr an Terry Pratchetts Scheibenwelt erinnert - was auch erklärt, warum ich dieses Buch so sympathisch finde. In der Geschichte treten Trolle und Drachen auf, schwarze Schatten und - natürlich - ein böser, mächtiger Zauberer. Außerdem gibt es das rätselhafte Mädchen Kitty, das Annabelle in die Unterwelt begleitet.

So weit ist das eine echt gute Mischung, die alleine schon für ziemlich viel Spannung sorgen könnte. Hinzu kommt jetzt allerdings noch, dass sich über die Hälfte der Geschichte unterhalb der Stadt abspielt. Annabelle und ihre Begleiterin Kitty paddeln, waten, krabbeln und rennen durch das unterirdische Höhlensystem von London - immer auf der Suche nach dem ewigbesten Zauberstab. Denn nur mit diesem Zauberstab lässt sich die Macht brechen, die Mr Angel heraufbeschworen hat. Dabei  treffen sie allerhand gruselige und unheimliche Wesen, die sich ihnen in den Weg stellen...

Annabell und die unglaubliche Reise nach Unter-London Cover vorne
Amazon Affiliate Link

Lesevergnügen und ungelöste Fragen (Achtung Spoiler)

Trotz all der Elemente, die die Geschichte wirklich zu einem Page-Turner machen könnten, plätschert die Handlung eine ganze Weile einfach nur vor sich hin. Erst ab der Stelle, in der die Mädchen auf die Gruppe Trolle stoßen, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Man hat beim Lesen das Gefühl, als ob Annabelle ab dieser Stelle auch als Charakter einen gewissen Schub bekommt. Danach gelingen die Dinge besser, der Erzählstil wird schneller und es passiert öfters mal was.

Und dann gibts noch so ein paar Dinge, die bleiben ungelöst und lassen sich nicht erklären. Die größte Frage des Buches ist: wo ist Annabelles Mutter und warum kommt sie erst am Ende zurück? Wo war sie in der ganzen Zeit, in der Annabelle die Zauberergesellschaft rettet? Und was passiert mit Kitty am Ende des Buches? Auch interessant, aber nicht zwingend lösbar ist die Frage, warum der Lindwurm in dieser Höhle unter der Erde wohnt und nicht nach oben kommt. Und warum ist Mr. Angel eigentlich so böse?

Annabell und die unglaubliche Reise nach Unter-London Cover hinten
Amazon Affiliate Link

Buchige Fakten

Fazit und Bewertung

"Annabelle und die unglaubliche Reise nach Unter-London" ist eine Fantasy-Geschichte, in der man wunderbar abtauchen kann. Weil die Geschichte keine übermäßigen Spannungs- oder Gruselmomente enthält, finde ich das Lesealter von 10  bis 12 Jahren durchaus angemessen. Die Handlung wechselt während der Kapitel öfter von Annabelle und Kitty zu Mr. Angel. Dies ist gut gekennzeichnet durch eine andere Schrifttype. Meine Tochter hatte etwas Mühe, der zweiten Handlungsebene von Mr. Angel zu folgen, zum Schluss hin lösen sich die Stränge allerdings wieder.

Ich vergebe 4 von 5 Lesekatzen. Die Geschichte an sich ist wirklich schön, man kann sich gut in der Welt der Annabelle Grey verlieren. Ein Stern Abzug weil, der zweite Handlungsstrang nicht ganz transparent  zu erkennen ist und am Ende viele Fragen offen bleiben.

😻😻😻😻

Andere Rezensionen

Ich hab noch keine gesehen. Schreibt mir, wenn ihr verlinkt werden möchtet.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

Bis zum nächsten Mal, Eure Carola

 

Author

Write A Comment

%d Bloggern gefällt das: