Meine Kinder sind Gelegenheitsleser. Und damit meine ich nicht "Sie lesen bei jeder Gelegenheit". Nein, sie lesen tatsächlich nur, wenn es quasi unvermeidbar ist.

Das finde ich einerseits sehr schade, weil ich als Kind eine unbeschreibliche Leseratte war und es immer herrlich fand, mich in mein Bett einzukuscheln und in andere Welten abzutauchen. Andererseits brauchen die Kinder natürlich die regelmässige Übung, sonst haben sie spätestens beim Thema Textaufgaben in der zweiten Klasse ein Problem. Texte lesen und Texte gut erfassen können sind Kernkompetenzen, die sie ab der zweiten Klasse dringend brauchen.

Nun können meine Kinder ziemlich gut lesen, obwohl sie keine Leseratten sind. Das Sprachgefühl liegt wohl irgendwo in den Genen: sie konnten Beide auch sehr früh gut und viel sprechen.

Um trotzdem etwas Schwung in die Bücherecke der Kinderzimmer zu bringen, hab ich ein paar Strategien erarbeitet und gesammelt, die ich heute mit euch teilen möchte.

Gemeinsam lesen

Der wohl schönste und gemütlichste Trick ist gemeinsames Lesen. Wir setzen uns kuschlig aufs Sofa oder aufs Bett und ich fange an Vorzulesen. Meine Kinder könnten eeewig zuhören, deshalb werde ich spätestens ab einer halben Stunde Vorlesezeit ganz schön müde. Und dann muss jemand anders weiterlesen, wenn die Geschichte weiter gehört werden will. Dafür muss das Buch natürlich gehörig spannend sein, sonst funktioniert es nicht.

Selbst Bücher lesen

Tja, was soll ich sagen. Das beste Vorbild sind immer noch wir Eltern. Ich hatte vor einer Weile einfach aufgegeben. Die Kinder hatten keine Lust zu lesen, alles was ich aussuchte fanden sie doof. Also hab ich angefangen, die Bücher der Kinder selbst zu lesen. Denn gekauft waren sie ja sowieso  und Interessant fand ich die Geschichten auch.

So wurde Pip Bartlett und die magischen Tiere  der Renner für die Tochter und sie las das komplette Buch selbst und alleine in weniger als einer Woche. Das Söhnchen las derweil einen Leseraben - angespornt von der Leselust der Schwester.

Geeignete Bücher aussuchen und Motivation finden

Für Leseanfänger gibt es verschiedene Lesereihen, welche die Kinder beim ersten Lesen unterstützen und motivieren. Am schönsten finde ich die Leseraben, in denen das Konzept des Silbenschwingens aufgegriffen wird. Mit der Silbenmethode  lernen die Kinder in der Schule das Lesen von Anfang an. Und vom Mildenberger Verlag gibt es dazu 10 Leseraben mit farbig getrennten Silben. Damit die Kinder noch besser den Text erfassen können.

König Artur und Drache Pups
Ritter Artur und der Drache Pups (Leserabe mit Mildenberger Silbenmethode) (*Amazon Affiliate Link)

Gut geeignet als Lesemotivation sollen auch Belohnungssysteme sein. Auch dafür gibts beim Leseraben die passenden Bücher mit sehr hübschen Stickern.   Bei meinen Kindern funktoniert das nur sehr bedingt. Sie haben schon rausgefunden, dass vor dem Stickerspass ganz schön viel zu Lesen ist. 😉

Bücher von Freunden ausleihen

Was kann ein größerer Ansporn sein, als ein Buch, dass der beste Freund gelesen hat und toll findet? Es ist wie mit den meisten anderen Dingen auch: "Ich will haben, was der Andere hat!"

Bei uns ist dies zwar kein Selbstläufer, aber wenn ich bei anderen Kindern etwas sehe oder von Eltern höre, was ihre Kinder gerne lesen, dann nehm ich mir die Leseanregung gerne mit nach Hause und klopfe bei meinen Kindern ab, ob sie das Thema interessant finden. Manchmal klappts.

Leseproben herunterladen

Nichts ist einfacher, als vor dem eigentlichen Buchkauf auszuprobieren, ob das Kind die Geschichte mag und mit dem Schreibstil klar kommt. Dazu gibt es Leseproben bei allen größeren Online-Buchhändlern und natürlich auch auf den Seiten der Verlage.

Viele Leseproben gibt es auch per Print im Buchladen eurer Wahl. Fragt einfach mal nach, dann wird euch bestimmt geholfen.

Die Kinder die Bücher aussuchen lassen

Wir sind öfters mal im Buchladen und dort dürfen sich die Kinder auch meistens etwas raussuchen. Im Gegensatz zum Spielzeugladen freu ich mich, wenn sie etwas finden, das sie haben möchten. Meistens ist es aber so, dass die Kinder sich die Bücher aufgrund des Covers aussuchen und es nicht wirklich lesen möchten. Entweder, weil die Geschichte nicht passt, der Schreibstil zu anstrengend ist oder aus sonst irgendwelchen Gründen.

Ich bin inzwischen etwas von dieser Taktik abgewichen: ich treffe selbst die Vorauswahl und suche Bücher heraus, von denen ich glaube, dass die Kinder sie lesen wollen. Noch öfter ist es so, dass wir  genau die Bücher zusammen lesen, die ich auch lesen möchte. Dann will ich nämlich wissen wie es weiter geht und lese noch öfters vor. Und klar, wenn ich anfange vorzulesen, dann sind sie natürlich da um zu zuhören.

Und dann krieg ich Halsweh oder so und sie müssen selbst weiterlesen... aber das kennt ihr schon.

 

Den Kindern eine eigene Bibliotheks-Karte schenken

Diesen Tipp hab ich auch ganz oft anderswo gelesen. Dann hat mein Söhnchen einen Ausflug in die Bücherei gemacht. Die ganze Klasse ist dahin gegangen, um sich unsere neue, schöne "Mediathek" anzuschauen. Jedes Kind durfte sich Bücher, CD's oder andere Medien ausleihen und hat dazu einen eigenen Ausweis für die Bücherei bekommen. Den Ausweis - eine weiße Plastikkarte - findet mein Sohnemann auch ganz prima. Wir haben dafür direkt einen neuen Geldbeutel mit Sichtfenster anschaffen müssen.

Nur ausgeliehen hat er sich noch nie irgendwas. Weder beim ersten Besuch dort, noch irgendwann danach als ich mit ihm dort war.

Für uns ist dieser Tipp also nichts 😉

Die liebsten "Selbstleser": Comics, Zeitschriften, Werbeblättchen

Und doch gibt es Dinge, die lesen meine Kinder von ganz allein und freiwillig. Comics zum Beispiel. Oder Zeitschriften, die sie sich in der Kinder-Zeitschriften Ecke selbst raussuchen dürfen. Und wenn wunderts? Comics sind einfach zu lesen, der Bild-Anteil ist sehr hoch und die Verknüpfung von Inhalt und Text kann oft auch hergestellt werden, wenn die Kinder nicht allen Text lesen wollen.

In meinem Kinderzimmer stand damals ebenfalls ein ganzes Regal voller "Das lustige Taschenbuch" von Walt Disney. Daneben lag der Stapel Asterix&Obelix Comics. Außerdem gab es Fix&Foxi, das Knax-Heft von er Apotheke, etc. usw...

Asterix und Obelix
"Alea iacta est" - mein Latein hab ich mit Asterix gelernt.

Und nur fürs Protokoll: es ist völlig und total egal, was die Kinder lesen. Hauptsache ist, sie lesen überhaupt!

Und nun bin ich am Ende mit meinen Tricks. Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für mich? Dann schreibt doch unten in die Kommentare. Bestimmt gibts noch mehr gute Ideen, mit denen man die Kinder zum Lesen animieren kann. Bei Scoyo gibs übrigens auch noch ein paar mehr davon.

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen 🙂

Eure Carola

9 thoughts on “8 einfache Tricks, mit denen ich meine Kinder zum Lesen motiviere!”

  1. Mein Sohn war ein absoluter Lesemuffel. Verweigerte teilweise sogar aktiv, wenn es darum ging, mal einzelne Sätze oder Überschriften vorzulesen. In der 3ten Klasse ging der Knoten auf mit „Die Krumpflinge“. Und weil diese Reihe so begeisterungsfähig war, habe ich ohne zu zögern Band um Band nachgekauft. — Zusätzlicher Ansporn, der bei uns den Leseverweigerer zum regelmässigen Leser machte: Wir sagen rechtzeitig GuteNacht, es ist Bettgehzeit, Kind liegt im Bett. „Mach das Licht aus. Ausser, Du willst noch ein paar Seiten lesen: dann darfst Du noch länger wach bleiben“. — das hatte zur Folge, dass Junior teilweise einen ganzen Krumpfling (später Vulkanos, Dinorinos, Kokosnuss) an einem einzigen Abend „runtergezogen“ hat. — inzwischen ist es so zur Gewohnheit geworden, dass Söhnchen doch tatsächlich sagt: „ohne Lesen kann ich nicht einschlafen.“ — Ziel erreicht 🙂

    Grundsätzlich habe ich immer versucht, genau die Bücher zu besorgen, die gerade im Thema aktuell waren. Auch zu Babyzeiten schon. Und wenn die Bücherei so etwas nicht vorrätig hatte, dann wurde es gekauft. Bei Büchern sparen wir nicht.

    1. An Büchern sparen wir auch nicht 😉 Eher im Gegenteil.
      Die Krumpflinge kenn ich noch nicht, die merk ich mir. Vielen Dank für deinen Tipp. Dinorinos, Vulkanos und vor allem der kleine Drache Kokosnuss haben schon ein Zuhause im Kinderzimmer-Bücherregal 🙂

  2. Hi, ich bin auch eine Leseratte, also ein Vorbild haben sie. Anfangs ist es aber offenbar ziemlich anstrengend. Unsere Taktik war eben auch, dass er Bücher zu „seinen“ Themen kriegt. Meine Lieblingsreihe sind da übrigens die „Superleser!“ Bücher, da gibts auch Star Wars und Lego Ninjago. Aber das ist Geschmackssache, wir sind uns da nicht immer einig. Aber nun sucht er aus. Was wir auch gemacht haben, wenn er sich vom Taschengeld ein Buch kaufen wollte, haben wir das finanziell unterstützt, also etwa die Hälfte bezahlt. Freunde hatten den Tipp, dass Lesezeit umgesetzt werden kann in Fernsehzeit oder Tabletzeit. Gescheitert ist der Versuch mit Emails, also Oma Mails zu schreiben und die Mails von Oma zu lesen, dazu hatte er keine Lust. Ganz so eine Leseratte wie ich ist er nicht, aber er liest. Die Schule nutzt Antolin und da liegt er wohl ganz gut bei von der Büchermenge. So erfolgreich wie Ihr sind wir leider bisher nicht, ich bin selten ohne Buch zu finden. So weit ist er nicht. Viele Grüße!

    1. Die Superleser mit Ninjago merk ich mir. Mein Söhnchen ist grade superbegeistert von der Reihe. Wir haben wahnsinnig viele Ninjago Heftchen im Kinderzimmer, die alle mehr oder weniger oft angeschaut werden.
      Danke für den Tipp 🙂

  3. Mein Großer hat sehr früh gesprochen und hat es immer geliebt, sich Bücher vorlesen zu lassen. Es gab Zeiten, da habe ich mir wirklich den Mund fusselig gelesen.

    Als er älter wurde, sind HörCDs aller Art dazu gekommen. Hörbücher, Hörspiele, Geschichten, Sachwissen – einfach alles. Mit dem Schulstart ist seine Begeisterung für Bücher leider abgesunken.

    Letztendlich waren es bei uns nun die HörCDs, die den Ausschlag gegeben haben und der Gedanke, dass es ja nicht so schwer sein kann ein Buch zu lesen, dessen Geschichte man ja schon an die 100 mal angehört hat 🙂

    Happy Mum! Denn ich war und bin eine absolute Leseratte und könnte mich an Kinder- und Jugendbüchern gerade Pleite kaufen …

    Wenn er älter wird, werde ich mir deine Tipps bestimmt nochmal heranziehen.

    Vielen Dank fürs Zusammentragen deiner Erfahrungen!

    Liebe Grüße

    1. Hörbücher lieben meine beiden auch. Meine Tochter hört oft stundenlang.

      Und eben, wenn die Motivation stimmt, dann lesen sie auch gerne und lange. Die Motivation zu schaffen ist aber einfach manchmal schwierig.

      Ich könnte grade auch jeden Tag neue Bücher kaufen. Es gibt soooo viele tolle Bücher zur Zeit, ich hätte gerne einen eigenen Kinderbuch-Laden. 😉

Schreib mir deine Meinung

  • Familien Spielabend 😊 Gewonnen haben natürlich die Kinder.

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  • Ich bin immer noch hin und weg: Carry on von Rainbow Rowell hat mich so sehr begeistert, dass ich direkt nach der letzten gelesenen Seite  die Rezi dazu verfasst habe. 
Ab jetzt im Blog 😊

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  • Little Cat-nap 😊

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  • 🌿 MAMA FOLLOW LOOP 🌿Eine wunderschöne Idee: der #Mamafollowloop :-)
Ich geh jetzt mal stöbern, denn es machen unglaublich viele Leute mit. 
Hinterlasst mir einfach ein 🌿 in den Kommentaren, dann schau ich bei euch vorbei :-) #momof2 #momblogger #kinderbuch #fantasy #buchblogger #lebenmitkind #lesenmitkindern #instamom #blogger_de #freiburg #freiburgblogger
  • Das Kind hat seinen Schulranzen ausgeräumt.  Und dabei ein vergessenes Muttertag- und Vatertagsgeschenk wieder entdeckt. So schööön.

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  • Bei uns gibt's heute Zwetschgenkuchen.  Endlich, endlich, endlich!!! #kuchen #Zwetschgenkuchen #selbstgekauft #lieblingskuchen #streusel #leckerschmecker #dieomakommtzubesuch #instamom #freitagnachmittag
  • Grade war der Postbote da 😊😊😊 Fritzi Klitschmüller ist mir neulich bei Vorablesen über den Weg gelaufen... Ich bin schon soo gespannt auf dieses Buch! 
Habt ihrs schon gelesen? 
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  • Meine Kinder lassen sich gerne ein bisschen zum Lesen motivieren. Wie ich das mache , zeig ich heute im Blog 😊 
Den Link gibt's in der Bio. Und wenn ihr noch weitere Tipps für mich habt, dann immer her damit. Ich freu mich arg.

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