Die Schule hat wieder angefangen und damit ist es auch Zeit, dass Thema Hausaufgaben weiter zu beleuchten. Wie ihr ohne Stress auskommt und die Hausaufgaben ganz entspannt laufen können, dass hab ich euch hier aufgeschrieben. Jetzt wird es Zeit, für ein paar Geschichten rund um Hausaufgaben.

Ich starte heute mit 100 Kastanien, die für den Matheunterricht in der Schule gebraucht wurden.

Es war der erste Schultag nach den Ferien. Der erste Schultag in der zweiten Klasse für das Söhnchen. Ich hatte ehrlich gesagt keine Hausaufgaben erwartet, sondern war für Nachmittags emotional gerüstet, um den nächstbesten Schreibwarenladen leer zu kaufen.

Für das Töcherchen hatten wir den Irrsinn schon hinter uns. Unter Anderem:

  • drei linierte Hefte Nummer 134a
  • fünf Künstlerpinsel (die Teuren, mit den weichen Borsten)
  • einen Aquarellkasten (KEINEN schnöden Wasserfarbkasten)
  • ein grünes Ringbuch (aber aus Papier, nicht aus Kunststoff)
  • dazu passende Einlegeblätter (kariert, zwei Ränder, mit Goldschnitt)
  • ein Hausaufgabenheft (Din A5, kariert, mit Pferden drauf)

100 Kastanien Mama - bis Morgen!

Das Söhnchen kam also nach Hause und brüllte mir noch im Treppenhaus entgegen:

"100 Kastanien, Mama! Bis Morgen!"

Ich gebe zu, ich war zuerst irritiert und verdrängte den Ausruf erst mal. Ich fragte mein Kind, wie es denn in der Schule gewesen wäre und ob alle Kinder nach den Ferien wieder anwesend seien. Was man halt so fragt...

"Ich sitze neben meinem besten Freund und der geht heute Nachmittag Kastanien sammeln! Gehen wir auch?"

Es stellte sich heraus, dass die 2. Klasse im Fach Mathematik eine 100er Tafel mit der Lehrerin basteln wollte. Jedes Kind sollte seine eigene Tafel bekommen und dafür brauchte natürlich jeder seine eigenen 100 Kastanien. An sich ist das eine großartige Idee, fand ich. Wenn da nur die Beschaffungsprobleme nicht gewesen wären...

Wann gibts eigentlich Kastanien?

Kurzer Exkurs zum Thema: "Ab wann gibt es überhaupt Kastanien?"

Eigentlich sollten die Saison ab Ende September los gehen. Spätestens Anfang Oktober findet man unzählige Kastanien, die dann beutelweise mit nach Hause geschleppt und dort entweder zu Bastelmaterial verarbeitet oder auf den Kompost befördert werden.

Bei uns hat es dieses Jahr nur leider fast keine Kastanien irgendwo. In der Nähe hat es sowieso nicht so viele Kastanienbäume. Und selbst die Hot-Spots tragen in diesem Herbst nur sehr wenige Früchte. Selbst wenn sie schon reif wären, hätten wir also keine ganz gute Chance, für 19 Kinder jeweils 100 Kastanien zu besorgen.

Ab in den Wald!

Der Lehrerin ist dass dann auch aufgefallen und sie schickte eine neue E-Mail: zulässig sind auch Nüsse oder Eicheln. Okay, dachte ich. Eicheln gibts jede Menge, dass kann nicht so schwierig sein.

Leider wars dann doch ein bisschen mehr Arbeit. Zunächst war erstmal Sauwetter draußen. Bei Regen und Sturm in den Wald zu gehen, bietet sich einfach nicht an. Danach war das Söhnchen krank - eine Erkältung hielt ihn Zuhause. Weil er so nett war und diese mit mir geteilt hat, konnten wir dann erst am Sonntag vor dem Abgabetermin auf die Suche gehen.

Einfach mal Eicheln sammeln? - Fehlanzeige

Es dauerte den ganzen Sonntagnachmittag, bis wir die benötigten Eicheln gefunden hatten. Wir wollten ja keine alten, vermoderten und angefressenen Exemplare mit nach Hause bringen. Also unternahmen wir einen Familienausflug. Vielleicht haben wir uns auch einfach ein bisschen doof angestellt, aber es ist natürlich schwierig, wenn man nicht so recht weiss, wo man suchen muss.

Eichhörnchen
Wir werden argwöhnisch beobachtet...

Also suchten wir ein Stück des heimatlichen Waldes ab. Ingesamt dauerte es ganze 6 Kilometer, bis wir das Beutelchen voll hatten. Dabei wurden wir argwöhnisch von mehreren Eichhörnchen beobachtet, die ihrerseits ebenfalls auf der Suche nach fressbarem Material waren.

Viel einfacher wäre es gewesen, 100 Lärchen-Zapfen zu sammeln. Oder Douglasien-Zapfen. Die hätten wir innerhalb von einer halben Stunde zusammen gehabt, denn der ganze Wald liegt voll davon.

Douglasien Zapfen
Douglasien Zapfen gibt es reichlich..

Total verschätzt  -  aber Aufgabe erledigt.

Irgendwann hatten dann alle genug gesammelt. Wir schauten in die Tüte, überschlugen im Kopf, das es wohl genügend Eicheln sein müssten. Ich packte noch ein paar Tannenzweige und -zapfen mit hinein und dann gingen wir nach Hause.

Zuhause stellte sich dann heraus, dass wir uns total verschätzt hatten. Wir leerten die Tüte auf der Terrasse aus, sortierten alle Lärchenzapfen, Douglasienzapfen, Tannenzweige und Esskastanien heraus und fingen an zu zählen. Als wir ungefähr 50 zusammen hatten, machte das Söhnchen schon große Augen - es waren nämlich immer noch wahnsinnig viele Eicheln übrig.

Schatz
Unser Schatzssssss *hihihi*. Aber leider keine einzige Kastanie.

Am Schluß stellte sich raus, dass noch vier andere Kinder mit unseren mühsam aufgesammelten Waldfrüchten ihre 100er Tafeln hätten bauen können. Oder 4 Eichhörnchen damit gut über den Winter gekommen wären.

Noch mehr Deko
Für jede Menge Deko reichte es dann auch noch...

Hausaufgaben - die ganze Familie macht mit

Hausaufgaben sind halt immer ein kleines Abenteuer 🙂 und manchmal sogar für die ganze Familie.

Vorweihnachtliche Deko
Ja, ist denn bald schon Weihnachten?

In den nächsten Hausaufgaben-Geschichten erzähle ich euch, wie sich das neue Schulfach "Englisch" auf unsere Nachmittage auswirkt.

Bis dahin, Eure Carola

 

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3 Comments

  1. Hallo Carola,

    Bisher sind wir von solchen Hausaufgaben verschont geblieben. Es ist nur die Frage wie lange noch.

    Wenigstens hat sich der Ausflug dekomäßig gelohnt und wenn die lieben Kleinen damit wirklich besser lernen, hat sich der Familieneinsatz gelohnt.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    • Carola

      Hallo liebe Mama Maus,
      ach, die Hausaufgabe an sich war ja gar nicht so schlimm. Im Wald spazieren gehen ist ja eigentlich wunderschön. Aber wenn man halt keinen Termin hat und dann von jetzt auf gleich los muss und nicht mal weiss, wo man was findet… dann wirds halt echt kompliziert.
      Lustig ist auch: seit wir die 100 Stück zusammen haben, finden wir andauernd Eichen und Kastanienbäume. Beim Büro, auf dem Weg dorthin, zwei Straßen weiter… wäre eigentlich gar kein Problem gewesen 😉

  2. Hallo Carola,

    das ist eine Nummer – wir hatten nur mal 25 Klopapierrollen mitzubringen – bei Zwillingen also 50… die hatten wir natürlich auch so parat. Wie wir immer alles sammeln 😉 Ich bin gespannt, was noch kommt…

    Liebe Grüße
    Sven

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